Berichterstattung BT/BNN

Baden-Baden (co) – Die optische Verwandlung der schlichten Turnhalle des Kinder- und Jugendheims in eine Hochburg der Fasnacht war dem tollen Programm der Bürgergemeinde Unterbeuern (BGU) an den drei Büttenabenden perfekt angepasst. Mehrfache stehende Ovationen waren der verdiente Lohn für monatelange Proben.

 

Sitzungspräsident Norbert Steinel, dessen Vize Jerrit Fischer immer einen flotten Spruch für die Akteure parat hatte, stellte den pfiffigen diesjährigen Orden vor, der auf die BGU-Baumpatenschaften am Leisberg verweist.

 

Dass sie höllisch Dynamit im Blut haben bewiesen die Green & Black Diamonds, die Kindertanzgruppe der Höllenwölfe.

Peter Böhlen hatte sich als Till Eulenspiegel wieder auf die Pirsch in Stadt und Land begeben und nahm vom Augustaplatz über das Bürgerbüro bis hin zur unerwünschten Vollverschleierung so einiges unter die Lupe. Seit Jahren kann die BGU auf die Freundschaft der Sterneberg Garde Altschweier setzen, die neben ihrem Gardemarsch einen gruseligen Tanz der Skelette zur Geisterstunde präsentierte.

 

Nach ihrer letztjährigen umjubelten Premiere in der Bütt ist Nicole Heubach als „Pinki ohne Zahn“ aus dem närrischen Programm schon gar nicht mehr weg zu denken. Zerknirscht bekannte sie, schon wieder an Gewicht zugelegt zu haben, den Pfunden soll jetzt eine couragierte Schwitzkur samt Rüttler und strengem Diätplan zu Leibe rücken.

Die schmucke Garde der Höllenwölfe zeigte darauf ganz passend, wie sich Trainingsfleiß in körperlicher Fitness auszahlt. Einen gnadenlosen Angriff aufs Zwerchfell lieferten die drei verhinderten Schönheitsköniginnen Susanne Ziller, Waldtraud Nölle und Margarethe Seckler ab. Ziemlich schräg geschminkt, mit zerrissenen Strümpfen und auch sonst arg ramponiert ertränkten sie ihren Kummer auf Kneipentour im Europapark und trösteten sich über die Urteile der Juroren hinweg „fünf Kilo soll ich abnehmen, das ist, wie wenn du am 30-Tonner die Zierleiste abschraubst“.

 

Als charmanter Clown ernannte Sabine Scherer zwar das Lachen zu ihrer Wunderwaffe, fragte aber süffisant, ob Trump von trampeln kommt und verballhornte Merkels Neujahrsansprache mit der Gewährleistung zukunftsorientierten Rückschritts. Nach der Pause schritt Markus Müller alias Staffelputzers Theres’ mit einem Fuß im Putzeimer zur feierlichen Taufe der Schatulla, Johanna Nölle proklamierte „Lichtental first“ und sah sich selbst an vorderster Front „ich fordere euch auf zur Tat wählt eine Blondine in den Elferrat“.

 

Nach dem Auftritt der Tanzgruppe „Frommage“ aus Bühl kam er endlich, der mit tosendem Jubel empfangene BGU-Entertainer Sascha Scheffel alias „Klaus Bärbel“. Bei ihm jagte eine Pointe die andere vom Chorstammtisch bis zum Hexenschuss, was ihm stehende Ovationen und rhythmisches Klatschen bescherte.

Ebenso frenetisch gefeiert wurden die singenden Urgesteine Markus Faller, Rainer Oeldorf und Markus als „Die Fuzzies“ mit ihrer herrlichen Persiflage auf Udo Lindenberg und ihren einzig wahren Liedtexten wie „Ein Korn im Feldbett“ oder „Himbeergeist zum Frühstück“. Das BGU-Ballett rockte die Bühne mit einem temperamentvollen Showtanz, und dann enterte die Schlussgruppe der BGU-Aktiven unter frenetischem Jubel als wilde Piraten die Bühne und ließ kein Auge trocken bei ihrem Kampf gegen Naturgewalten und allzu menschliche Schwächen.