BT-Artikel vom 25.01.2016

  

Baden-Baden (co) – Es war ein Triumph bodenständigen Humors und funktionierender Gemeinschaft, was die höchst fidele Truppe der Bürgergemeinde Unterbeuern (BGU) bei ihren drei närrischen Sitzungen am Wochenende präsentierte.

 

Sitzungspräsident Norbert Steinel hieß die drei Neulinge Sebastian Nölle, Robin Heubach und Fabian Claupein im damit nochmals stark verjüngten Elferrat willkommen und stellte den von Rainer Huck aus feinem Holz gedrechselten und von Manfred Nölle entworfenen Jahresorden vor. Dieser ziert die 2. Vorsitzende Susanne Ziller, die von ihrer gläsernen Residenz auf dem Leopoldsplatz aus angeblich dessen Sanierung maßgeblich vorangetrieben hat.

Mit einer kessen Nummer eröffnete die Kindertanzgruppe der Höllenwölfe das närrische Programm, dann hatte Steinel schon die erste Premiere parat. In Peter Böhlen hat die BGU einen neuen Protokoller gefunden, der als Till Eulenspiegel über das Stadtgeschehen vom abgestellten Thermalbrunnen über das im Dornröschenschlaf schlummernde Neue Schloß bis zum Bioeinkauf in der Geroldsauer Mühle sinnierte „welch ein Genuss – für den, der nicht sparen muss“. Sehr überzeugend plädierten Margarethe I. Seckler und Hans I. Müller für ein Seniorenprinzenpaar unter dem Motto „lieber eine gesunde Verdorbenheit als eine verdorbene Gesundheit“.

 

Einfach zum knuddeln war Nicole Heubach, langjährige BGU-Aktive in der Schlussgruppe, bei ihrer Premiere als Solistin auf der Bühne. Als „Pinki ohne Zahn“ hatte sie in der Tat wohl etliche Termine beim Dentisten versäumt, doch mit dem verbliebenen Stummelchen sorgte sie für Lachsalven ohne Ende bei ihrem selbstbewussten, von Publikum und Elferrat lautstark unterstützten Körperkult „Mei Figur isch Gott gewollt und Natur pur“. Der Sterneberg Garde Altschweier hatte es im Vorjahr so gut bei der BGU gefallen, dass sie auch diesmal mit einem Garde- und Showtanz mit von der Partie war.

 

Zum Flug 08-15 vom International Airport Unterbeuern starteten die beiden BGU-Vorsitzenden Waldtraud Nölle und Susanne Ziller als Saftschubsen auf Höhenflug. In ihrer Gewichtsklasse fanden sie nur bei der Lusthansa eine Anstellung, wo sie sich unter anderem um den geplanten neuen Hangar im Lichtentaler Busdepot kümmerten. Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, bewies Tochter Johanna Nölle in ihrer hinreißenden Rolle als Blondine, deren Freund schon mal den Teig für den Schokoladenkuchen anrührt, während sie noch die Smarties schält, nachdem sie zwei Stunden auf der defekten Rolltreppe bis zu deren Reparatur ausgeharrt hatte.

 

Eine grandiose Zwerchfellattacke lieferte auch Sabine Scherer in ihrer maliziösen Betrachtung des Innenlebens und der speziellen Bedeutung weiblicher Handtaschen als intimste Zone der Frau. Nach der tollen Bühler Tanzgruppe Frommage outete sich Jan Riedinger als bekennender Anti-Fasnachter.

 

Mit stehenden Ovationen wurde Publikumsliebling Sascha Scheffel für seine Paraderolle als Frauenheld Klaus Bärbel belohnt, karibisches Flair brachte die Steelband „Cool Drumming“ in die Turnhalle des Kinder- und Jugendheims. Eine klasse Nummer zeigte das hippe BGU-Ballett, bevor das Team der Haxenklinik zusammen mit der Gruppe „Lichter, Laber, Klecker“ und dem Dschungelteam unter den Lachsalven der Besucher harte Aufnahmeprüfungen für eine Mitgliedschaft bei der BGU zu absolvieren hatte.